Loading
  • DZB 115
  • DZB 114
  • DZB 113
  • DZB 112+112.5
Anime & Manga

Substatus

Detektiv Conan 797
Encode
pfeil
Arbeitsvideo
Übersetzung
Übersetzungscheck
Fehlerkorrektur
Zeitsetzung
Typeset
Karaoke
Qualitätskontrolle
Encode
Endkontrolle
Sket Dance 1
Fehlerkorrektur
pfeil
Arbeitsvideo
Übersetzung
Übersetzungscheck
Fehlerkorrektur
Zeitsetzung
Typeset
Karaoke
Qualitätskontrolle
Encode
Endkontrolle
Baketeriya 1
Schriftsetzung
pfeil
Scan
Ausrichten
Clean
Redraw
Übersetzung
Übersetzungscheck
Fehlerkorrektur
Typeset
Qualitätskontrolle
Endkontrolle
Karneval BD Extramanga Vol. 4
Schriftsetzung
pfeil
Scan
Ausrichten
Clean
Redraw
Übersetzung
Übersetzungscheck
Fehlerkorrektur
Typeset
Qualitätskontrolle
Endkontrolle
Neues Projekt Nr.1
Qualitätskontrolle
pfeil
Scan
Ausrichten
Clean
Redraw
Übersetzung
Übersetzungscheck
Fehlerkorrektur
Typeset
Qualitätskontrolle
Endkontrolle

Facebook

Partner

Kanjiku
Mangatube

Kapitel 1
vorheriges Kapitel |
Index |

Jun Imamiya, 16 Jahre alt, Oberschüler

A A A

Die früheste Erinnerung, die ich an ihn abrufen kann, sind sein breiter Rücken und die Muskeln, die sich unter dem dünnen Jinbei1 beugten. Ich war von den Funken fasziniert, die jedes Mal umherflogen, wenn er den Hammer herabschwang.




Selbst jetzt kann ich nicht vergessen, wie das Feuer sein Gesicht beleuchtete, wie das warme Licht kalte Schatten warf, während die Abenddämmerung hereinbrach. Auch als Oma ihn damals ausschimpfte, weil er zum Essen kommen sollte, hatte er nur Zeit für den hellen Stahl, der in dem wenigen Licht schimmerte.




Als ich klein war, hielt ich Großvater für einen Zauberer.





◇◇◇




Dang




„Treffer!“




Ich war vorher zwar nah dran, aber nur der letzte Pfeil hat das Ziel getroffen.




Vielleicht ist das aber auch gut so. Es wäre nicht so gut, die eigentlichen Mitglieder des Kyudoklubs2 bloßzustellen, wenn ich doch nur ein Lückenfüller bin. Genau genommen werden meine Schüsse schon als ganz anständig angesehen, aber ich kann einfach nicht anders, als Unzufriedenheit zu empfinden, wenn ich so knappe Trefferpunkte wie 0|0|0|1 habe. Lass mich doch wenigstens vor dem letzten Schuss treffen, damit sich unser Team keine Sorgen macht.





Selbst wenn es nur ein gemeinsamer Übungskampf ist, hinterlässt es ein unschönes Gefühl, wenn man so eine miserable Bogenschießkunst vor einem anderen Schulteam zeigt.





„Hey, gut gemacht, du Superhelferlein.“




Der Kerl mit seinem nervigen Gesicht, der ungezwungen vor dem Kyudoklubraum steht, ist bedauerlicherweise mein bester Freund und Nachbar Masaki. Er ist Teil des Heimgehklubs3 und wäre sonst schon längst zu Hause und würde Onlinespiele4 spielen.




Ahh, hatte ich ihm nicht heute versprochen, ein weiteres VRMMO5 auszuprobieren, an dem er sich festgesuchtet hat?




„Tut mir leid, musstest du lange warten? Wie banal es auch sein mag, das Ass des Kyudoklubs hat sich den Knöchel verstaucht und sie haben verzweifelt einen Ersatz gesucht. Tut mir leid, dass ich dir Umstände bereite.“




„Hmpf. Du kannst einfach nicht nein sagen, oder? Und ich armer Tropf stehe am Ende deiner Prioritäten.“







Ich habe entschuldige mich sarkastisch und Masaki erwidert es entsprechend. Ihn scheint es gar nicht so sehr zu stören, trotz seiner Beschwerden.




Er ist wie immer vorlaut.




„Verdammt, sie hat schon einen festen Freund!“




„Pfft. Als hättest du je eine Chance gehabt.“




„Hinter welchem Mädchen warst du her? Eines von einer anderen Schule?“




„Jup. Hinter der Neuen, die heute dazugekommen ist –“




Ein paar Jungs, die von einer anderen Schule vorbeigekommen sind, und sich an dem Übungskampf unseres Kyudoklubs beteiligt haben, brabbeln etwas vor sich her. Ich kann ihre Worte dennoch aufschnappen.




Ich sehe nach vorne und entdecke den Neuling im Klub, Suzuki-san, zusammen mit einer Klassenkameradin. Ich denke mal nicht, dass sie schon richtig miteinander ausgehen, aber für andere sieht es wohl so aus. Ich frage mich, ob Oberschüler, die ihre ganze Zeit für die Liebe und pubertäre Gefühle verbrauchen, ihre Zeit weise nutzen.




Da ich nach der Schule den Klubs aushelfe, die Not am Mann haben, den Schülerrat unterstütze und dann auch noch lernen muss, kann ich nicht behaupten, je Zeit oder Interesse dafür gehabt zu haben.




… Dieser Teil an mir ist wohl der Grund, warum ich immer mit Masaki abhänge, wenn ich nicht gerade irgendwas für jemanden erledige.




Masaki seufzt. Vielleicht ist er dieses Mal wirklich sauer, dass ich mein Versprechen gebrochen habe. Ich erinnere mich wage daran, dass er mich richtig angebettelt hat, dieses VRMMO zu spielen und ich glaube, da war sogar eine Art Frist, die er mir gesetzt hatte.




„... Hey Jun, wann willst du endlich deine Haare schneiden? Du siehst wirklich aus wie ein Mädchen.“




„...Hä?“




Das kommt jetzt unerwartet. Ich fasse unwillkürlich nach meinen Haaren. Sie SIND schon so lang, dass sie gerade so meine Schultern berühren. Jetzt, wo ich so darüber nachdenke: Unser Klassenlehrer fragte mich letztens, ob ich sie wachsen lassen würde, weil ich in einer rebellischen Phase wäre. Auch wenn ich glaube, dass er nur gescherzt hatte,  muss es für ihn wohl seltsam genug gewesen sein, um es anzusprechen.




Ähh, aber eine Menge modische Kerle tragen ihre Haare so lang und halb zurückgebunden wie ich jetzt. Steht es mir vielleicht nicht?






„Ich denke mal, ich sollte sie mir jetzt schneiden. Ich habe im Moment nicht viel Zeit, wegen der Beerdigung meines Großvaters und der Hinterlassenschaften seines Besitzes. Ich bin immer noch mit den Sachen in der Lagerkammer beschäftigt.“




„... Jun!“




Masaki und ich sehen beide hoch, als mich jemand ruft. Oh, Onkel Hideki! Ich ringe einen Moment damit, nicht zu zeigen, wie gereizt ich bin.




„Onkel. Was machst du hier?“




„Ich habe im ganzen Haus nach dir gesucht, aber du warst nicht dort.“




„Ach so.“




„Ich hatte gehofft, mit dir über Vaters-, nein, über Großvaters Haus reden zu können.“




„... Es gibt keinen Grund für dich, mit mir darüber zu reden. Alle haben entschieden, dass du das Haus haben sollst.“




„... Verstehe. Du denkst das vielleicht, aber ich finde, du solltest auch das Recht haben, mitreden zu dürfen. Du bist schließlich der Einzige, der noch dort lebt. Weißt du, ich hätte nämlich vor, es zu verkaufen.“




„Dann solltest du das machen.“




Onkel Hideki hat scheinbar einen unzufriedenen Ausdruck im Gesicht, aber er sagt nur: „Ich komme morgen zum Haus“, bevor er in Richtung Bahnhof verschwindet.




„...Hey Jun, ist das wirklich okay so? Wenn er das Haus verkauft ...“




Masaki war die ganze Zeit still, während Onkel hier war, aber nun sieht er mich besorgt an.




„Ja.“




„Aber es wird nicht nur das Haus sein, oder? Sondern auch die Schmiede ...“




„Ja.“




Großvater hielt sich selbst für einen Schwertschmied, aber in Wirklichkeit war er nur ein alter Mann, der vom seinem Hobby besessen war. Das war es jedenfalls, was alle in ihm sahen. Er war bei weitem kein fähiger Schmied und verschleuderte Einiges von seinem Geld für diese Schmiede und deren Materialien. Die meisten in unserer Familie hielten ihn für verrückt. Ich weiß, dass besonders Onkel Hideki einen Groll gegen Großvater hegte, weil dieser durch seine Obsession für das Schmieden jeden vernachlässigte.




Vor allem konnte er ihm eine Sache nicht vergeben. Er hatte Hidekis Schwester, also meine Mutter, am Sterbebett im Krankenhaus nie besucht, sondern jeden Tag nur in der Schmiede verbracht.




Genau deswegen habe ich nicht vor, meinem Onkel im Weg zu stehen, wenn er dieses Haus und diese unangenehmen Erinnerungen loswerden will. Allerdings werde ich es schon vermissen: Die Geräusche des knarzenden Flurbodens, vermischt mit denen von blubbernder Suppe, die Oma immer in der Küche gekocht hatte; die Shoji-Tür, die nie repariert wurde, nachdem Masaki und ich beim Fangen spielen aus Versehen durch sie durchgefallen sind; die Veranda, im Schatten des Orangenbaums, der nur saure Früchte produzierte; und besonders werde ich das Bollern von Feuer und Stahl in der Schmiede vermissen.




Trotz all der Sachen, die ich vermissen werde, ist das Haus bis auf mich leer. Ob das Haus verkauft wird oder nicht, diese Lebendigkeit werde ich nie wieder erleben.




Ein Gefühl der Einsamkeit überflutet mich.




„... Gut, lass uns heute Abend deinen Charakter erstellen!“




Masaki bricht mit seiner übermäßigen Begeisterung durch meine Melancholie.




„Hah? Vergiss es, es ist schon spät. Und wir müssen in einen VRMMO-Laden gehen, um das zu machen, richtig? Lass es uns morgen erledigen.“




„Ach, komm schon. Du wirst doch sowieso bei dir zu Hause die ganze Zeit Trübsal blasen. Ich kann dich heute Abend der Gruppe vorstellen und morgen geht es dann ans Power-Leveln!“




Abgesehen von dem Hintergedanken, seine Onlinespiel-Gruppe zu stärken, frage ich mich, ob Masaki versucht, auf mich Rücksicht zu nehmen. Obwohl ich mich nach Omas Tod daran gewöhnt hatte, nachts allein zu sein, ist es momentan noch einsamer, ohne das widerhallende Geräusch von Großvaters Hammer in seiner Schmiede.




Ich seufze und Masaki nimmt das irgendwie als „okay“ auf.




„Und ab geht's!“




„Okay, okay, du musst mich nicht hinter dir herziehen.“




◇◇◇




„Eine Charaktererstellung für das Spiel VR Trauerstern, stimmt's'?“




Der männliche Angestellte in dem VRMMO-Laden bestätigt Masakis Anfrage. Bilde ich es mir ein oder mustert er mich? Sehe ich wirklich so sehr nach einem Nicht-Gamer aus? Diese auffälligen Typen da sehen auch nicht wie Gamer aus!




Trauerstern benutzt 'reale'6 Daten, um deinen Charakter zu erstellen, darum gibt es einen Körper- und einen Neurosensorik-Scan.“




„...Ah.“




Masaki macht ein erstickendes Geräusch, während der Angestellte mir die Prozedur erklärt. Während der Angestellte uns in die hinteren Räume, voll mit neuzeitlicher Technologie, führt, sehe ich fragend zu ihm herüber.




„Nein, das ist... Ich habe den Körperscan vergessen.“




„Stimmt damit was nicht? Es ist doch nicht peinlich, oder?“




Der Angestellte erwähnte nichts von Kleidung. Ich hoffe, ich muss mich nicht ausziehen.




„Nein, aber... na ja...“




Masaki schaut gezielt auf den Körperscanner.




Man kann es einfach nicht anders beschreiben. Es ist ein Sarg. Der Scanner scheint dafür designt worden zu sein, möglichst wenig Platz zu verbrauchen, damit ein Geschäft möglichst viele in einen Raum stopfen kann, aber ... ist er nicht zu klein? Selbst ein Kapselhotel ist größer!




„... Unmöglich. GL7 Masaki, viel Spaß mit deinem Onlinespiel.“




Ich mache auf der Stelle kehrt und will gehen.




„Warte-warte-warte, komm schon, Jun, du musst da nur ein einziges Mal rein! Das dauert nur ein paar Min- ... Sekunden!“




Ich hab dich gehört, aber das kannst du vergessen! Auf keinen Fall!


Masaki, lass meinen Arm los, du dreckiger ...




„Ähm, stimmt etwas nicht?“




„Ah, es ist alles gut. Mein Freund hat nur Probleme mit engen Räumen.“




Der männliche Angestellte scheint verwirrt, also erklärt Masaki ihm, was los ist. Und jetzt, tscha-




„Ahh, das dauert nur zehn Minuten. Es ist ruck zuck vorbei.“




Ich starre Masaki wütend an, während der Angestellte mich zu beruhigen versucht. Nur ein paar Sekunden also?




Die untere Hälfte des Scanners fährt heraus und deckt ein Diagramm auf, das zeigt, wo Arme und Beine platziert werden sollen. Es scheint, als werden die Proportionen des Diagramms während des Scans angepasst. Eine Art der Kalibrierung ... nein, egal, ich will da nicht rein.




... Masaki, du verfluchter.... Er sieht mich viel zu erwartungsvoll an.




Ich seufze und bewege mich in Richtung der Scanner-Auflagefläche.




„Wenn es beim ersten Mal schief läuft, bin ich aus der Sache raus.“




„Okay, okay, klingt fair.“




Masaki grinst von einem Ohr zum anderen. Was für ein selbstzufriedener Gesichtsausdruck. Ich werde ihn später in der virtuellen Realität verprügeln, um etwas Stress abzubauen. Vielleicht bereut er es dann, dass er mich dazu genötigt hat.




Es ist ja nicht so, dass ich schmale Räume völlig meide, ich kann mit ihnen schon umgehen, aber das hier ist wirklich etwas anderes.




Als die Auflagefläche in den Scanner zurückfährt und einrastet, hört man ein zischendes Geräusch. Meine Nase ist weniger als fünf Zentimeter von der Decke entfernt und rechts und links ist auch kein Platz, um sich zu bewegen.



Meine zehn Minuten des Schreckens in dieser kleinen Schachtel werden übersprungen.




Infos



  1. Jinbei – eine einfache und traditionelle Kleidung in Japan, im Normalfall in blau, mit einer oberen Hälfte, die einem Kimono ähnelt, aber mit kürzeren Ärmeln und Hosenbeinen (https://en.wikipedia.org/wiki/Jinbei). 

  2. Kyudo – Eine japanische Form des Bogenschießens. Kyudo legt viel mehr Wert auf die Form und Schönheit beim Ziehen der Sehne als auf die Genauigkeit. Die Ästhetik ist eine ganz andere als beim allgemeinen Bogenschießen. Der Autor trennt Kyudo vom Bogenschießen als komplett eigenen Sport ab und darum hat er es als „Kyudo“ geschrieben, anstatt es zu übersetzen. 

  3. „Heimgehklub“ –  Oder anders: Jemand, der an keinem Klub teilnimmt. 

  4. Onlinespiel – Browserspiele/MMOs

  5. VRMMO – Virtual Reality Massively Multiplayer Online. 

  6. 'reale' – also seine echten Körpermaße usw.

  7. GL – good luck – viel Glück



vorheriges Kapitel |
Index |

Monatsübersicht

kalender bild
linker pfeil
Juni 2020
rechter pfeil
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293012345
6789101112

Discord

Externe Links

Facebook FansubDB Youtube
RSS Feed RSS Feed RSS Feed

Spenden

Helft uns,
die Server am Leben zu erhalten.